Si, pure Vespa

Endlich – heute gelingt die Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer der Vespa PK50XL und wir vereinbaren einen Besichtigungstermin.

Und das gleich für Heute nachmittag. Nach der Arbeit geht es also direkt in die Stadt und ich schaue mir die Mini-Wespe an.

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Der Besitzer führt mir den Roller vor und natürlich springt er sofort an – ein one-kick-only-wonder. Und übertrieben hat er am Telefon auch nicht: Der Roller ist fast neuwertig und hat nur ganz wenige und winzige Kratzer. Der Kilometerstand beträgt aber nicht 247,7 km sondern 2478.

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Der Roller ist so niedlich, dass wir uns sehr schnell handelseinig werden. Vor lauter Begeisterung werfe ich noch eben eine große, tönerne Vase um, die in tausend Scherben zerspringt.

Ich fahre über Ilsdorf nach Hause und Reinhard erklärt sich bereit, mich noch einmal nach Grünberg zu fahren, um den Roller abzuholen und auf eigener Achse zu überführen. Gut möglich, dass dies die bisher längste Reise des kleinen Rollers wird.

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Nun starte ich die Heimfahrt, die mich zuerst durch Grünberg führt. Anfangs erschrecke ich ein wenig darüber, wie krötenlahm die Vespa sich bis 50 km/h hochquält, aber schnell gewöhne ich mich daran und kann dann im Stadtverkehr (fast) mithalten.

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Tanken muss ich nicht, denn der Verkäufer hat den Tank noch komplett gefüllt – mit Zweitaktmischung 1:50. Dazu hat er das rote Stihl-Motorsägenöl genommen, was keine schlechte Wahl sein dürfte.

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Bald habe ich Grünberg hinter mir gelassen und tatsächlich kommt jetzt auch der Spass am Fahren hoch. Kein Wunder also, dass ich keineswegs den direkten Weg nach Hause wähle. Hier habe ich soeben Weickartshain hinter mir gelassen.

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Nachdem es den ganzen Tag geregnet hat, ist jetzt Schluss damit und es kommt sogar ein wenig Abendsonne heraus. Gleichzeitig wird es aber auch schnell kälter. Die Vespa hat mittlerweile ordentlich unverbranntes Öl aus dem Auspuff auf das Hinterrad gespuckt. Scheint so, als stünde der Schalldämpfer voller Ölschmodder.

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Nahe Ilsdorf senkt sich jetzt der Abend über den Vogelsberg. Die Vespa läuft bisher einwandfrei, springt nach jedem Stop sofort wieder an und wir erreichen sogar die 60 km/h-Grenze.

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Jetzt taucht auch schon der Mond am Himmel auf und verkündet die nahe Nacht.

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Abendrot über dem Vogelsberg.

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Zeit, die Beleuchtung der Vespa zu aktivieren – und schon erhellt die 35 W Bilux-Lampe den Asphalt.

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Jetzt geht es ganz schnell: Abendkälte und Nebelfelder machen sich breit.

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Es wird rapide dunkler und der Mond steht bleich und kalt am Himmel.

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Ich beginne zu frösteln und lenke die Vespa heimwärts. Beim letzten Büchsenlicht erreiche ich den heimischen Hof. An die moderaten Geschwindigkeiten habe ich mich jetzt gewöhnt und geniesse wie schon öfter in der Vergangenheit die neue Langsamkeit.

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