VB-Vespa Days

.... oder auch Wespanwanderung. Für Heute, einen meiner freien Montage, habe ich mir ausschließlich Vespafahrten vorgenommen.

Für größere Dinge reicht die Zeit ohnehin nicht und außerdem habe ich richtig Lust auf Schaltroller.

Aber vor der Rollerei haben die Götter die Beschäftigung mit Urlaubs- und Leihhunden gesetzt – und das ist eine Pflichtübung. Um 10:00 sind Luzy, der Urlaubshund, und ich bei Yellow, dem Leihhund. Da es wirklich exakt 10:00 ist, läuten die Glocken der gegenüber liegenden Kirche – und Luzy fängt daraufhin wie ein Wolf zu heulen an. Yellow hört es mit Erstaunen. Dann ziehe ich mit den beiden los und wir machen uns auf den langen Weg zum geheimen Grundstück mit dem wilden Bewuchs und dem verwunschenen Teich.

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Und schon sind wir dort angekommen. Das Grundstück ist komplett eingezäunt und die beiden können hier rennen und toben wie sie wollen.

Das war die Pflicht und jetzt folgt die Kür, nämlich das Erledigen diverser Dinge mit meinen Schaltrollern.

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Es beginnt mit dem Cosa-Gespann. Da ein mittlerer Einkauf ansteht, fällt die kleine PK50 aus – der fehlt einfach der Stauraum. Über Nacht hatte ich die Cosa-Batterie nachgeladen und so springt das Gespann wieder einwandfrei an. Den Weg zum Supermarkt verlege ich, so dass daraus mindestens 30 km werden. Bei Wohnfeld genieße ich die schöne Herbstlandschaft des Vogelsberges.

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Herrlich, diese würzige Luft – und damit meine ich nicht das Zweitaktaroma der Vespa.

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Der Einkauf ist flott erledigt, einen Besuch am Brathähnchenstand verkneife ich mir aber besser.

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Wieder daheim erfolgt der fast fliegende Wechsel von einem Schaltroller zum nächsten. Die kleine PK bekommt einen Kanister aufgeschnallt, in dem ich ständig 5 Liter 1:50 Mischung aufbewahren möchte und aus dem dann die PK nachgetankt wird.

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Und dann beginnt die Fahrt mit der 2 kW starken Vespa. Bis Groß-Eichen und Höckersdorf ist es ziemlich eben und der Roller kommt mit 50-60 km/h (nach Tacho) gut voran.

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Der Plan ist aber, nach Schotten zu fahren und ich weiß, wie stark es ab Wohnfeld ansteigt. Wie wird die Vespa diese Herausforderung meistern? Meine Zweifel erkennt die PK im Moment noch nicht.

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Hier geht es schon langsam, aber stetig bergauf und das Tempo sackt rapide ab. Erstmals muß ich auch hinunter in den dritten Gang.

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Puh, das war anstrengend! Die schlimmste Steigung auf dem Weg nach Schotten habe ich geschafft, aber wie. Bis in den zweiten Gang musste ich und das Motörchen hat sich richtig gequält. Ehrlich gesagt habe ich mir die Mopeds so lahm nicht vorgestellt. Dachte eher, die würden ihre 45 oder 50 km/h unter beinahe allen Umständen halten. Aber weit gefehlt.

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Kann natürlich auch sein, dass die Vespa durch das lange Stehen oder die Fahrweise der Vorbesitzer verkokelt ist und deshalb ein wenig lahmt. Meine ersten Fahrzeuge in den 60ern waren ja Mopeds und Roller (Capri 50) und die habe ich flotter in Erinnerung. Aber das war damals ja auch im Ruhrpott, wo es quasi keine richtigen Steigungen gibt. Und im Rückblick verklärt sich sowieso vieles.

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Weiter geht es Richtung Schotten. Bis zum Flughafen steigt die Strasse kaum noch an und entsprechend flott komme ich voran – also relativ betrachtet.

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Angekommen in Schotten beim Kawasaki- und Piaggio-Händler Dirk. Ich kaufe zwei Zündkerzen BR7HS, aber in der Hauptsache diskutiere ich mit Dirk über einen 75, 80 oder 90 ccm Satz für die Vespa PK50. Da gibt es wohl einiges und Dirk verspricht, sich zu informieren. Das könnte mir gefallen: 75 ccm mit dem kleinen Originalvergaser und ohne Auspuffänderung. Mit ein bisschen mehr Kraft würde mir die PK noch viel mehr Spaß machen.

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Ich kurve noch ein wenig durch die Schottener Altstadt, bevor es auf die lange Rückreise geht.

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Am Falltorhaus halte ich nur ganz kurz an, aber die wenigen Besucher auf ihren Zweirad-Boliden schauen mich dermaßen entsetzt an, dass ich nach einer Platzrunde weiterfahre. Da passe ich nun wirklich nicht hin. Über die berüchtigte Kurvenstrecke der B279 fahre ich weiter und nehme alle Kurven und Serpentinen mit Vollgase, was überhaupt kein Problem ist.

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Am Kreuzweg nach Freienseen halte ich kurz an und beobachte ein bisschen den Verkehr. In der kurzen Zeit tuckern tatsächlich zwei Vespa vorbei.

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Ein Blick aufs Hinterrad zeigt, dass immer noch unverbranntes Öl auf Reifen und Rad geschleudert wird – aber wesentlich weniger als auf der Überführungsfahrt. Vielleicht muss ich wirklich den Auspuff freiblasen und dann läuft die Vespa schon besser, das wäre schön. Kurz vor der Weiterfahrt knattert ein Großrad-Roller vorbei, irgend etwas von Honda oder Suzuki, auf jeden Fall aber auch mit kleinem Nummernschild.

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Nach ganz kurzer Zeit habe ich den Großradler eingeholt und brettere mit hohem Tempoüberschuß daran vorbei. Klasse, Überholvorgänge sind mit der PK leider sehr selten. Irgendwie befürchte ich, dass der Großradler die Mofaversion ist. Bei meinen nächsten Stop taucht der Roller nach einigen Minuten wieder auf und jetzt bin ich sicher: Das ist ein 25km/h Mofa. Mist!

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Das gemächliche Tempo meiner Vespa öffnet natürlich die Sicht für die schönen Dinge in der Umgebung. So sehe ich im jetzt beginnenden Abendlich am Horizont Regenschauer am Taunus und in Richtung Grünberg steigen ein paar Ballons auf.

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In Sellnrod ist ein hübsches altes Haus zu verkaufen.

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Um 18:00 ist meine Schaltrollerreise nach vielen Stunden beendet. Habe die Vespafahrten sehr genossen, aber mit einem Big-Bore-Kit auf der PK würde es mir noch besser gefallen. 🙂

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